Die Partnerschaft verbindet radiologische Spitzenmedizin mit Erkenntnissen aus der Raumfahrtmedizin. Im Fokus steht dabei die Entwicklung neuer Technologien für medizinische Untersuchungen unter extremen Bedingungen: etwa dort, wo nur begrenzte Infrastruktur, wenig Platz oder eingeschränkter Zugang zu medizinischer Versorgung vorhanden sind. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse könnten künftig nicht nur in der Weltraummedizin, sondern auch bei Expeditionen oder in strukturschwachen Regionen auf der Erde genutzt werden.
Radiologie neu gedacht
Massgeblich vorangetrieben wurde die Kooperation von Prof. Dr. Dr. med. Johannes Heverhagen, Direktor und Chefarzt des Universitätsinstituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, unter dessen Schirmherrschaft die Partnerschaft mit der Charité Berlin zustande gekommen ist. «Wir sind besonders stolz auf diese Partnerschaft mit der Charité Berlin. Sie eröffnet neue Perspektiven für die radiologische Forschung und insbesondere für die Weiterentwicklung ihrer Querschnittsfächer an den Schnittstellen zu zahlreichen weiteren medizinischen Disziplinen. Gleichzeitig stärkt die Kooperation den Standort Bern als Zentrum für medizinische Exzellenz und technologische Innovation», betont Prof. Heverhagen.
«Mit dieser Partnerschaft erweitern wir die Perspektive der Radiologie grundlegend: von der hochspezialisierten Diagnostik hin zu einem integrativen Ansatz, der auch unter extremen Bedingungen funktioniert», sagt Prof. Dr. med. Hendrik von Tengg-Kobligk, Stellvertretender Direktor des Universitätsinstituts für Diagnostische, Interventionelle und Pädiatrische Radiologie am Inselspital. «Unser Ziel ist es, neue Technologien so zu entwickeln, dass sie sowohl im Weltraum als auch in der klinischen Versorgung auf der Erde einen konkreten Mehrwert schaffen.»
Der integrative Ansatz der Partnerschaft verbindet dabei zentrale Bereiche der Gesundheitsversorgung – von Prävention und Diagnostik bis hin zu Therapie und Monitoring – und soll so neue Versorgungskonzepte ermöglichen.
Neuer Radiologie-Hub in Bern
Ein wesentliches Element der Kooperation ist der Aufbau eines interdisziplinären Radiologie-Hubs am Standort Bern. Dieser dient als Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Partnern aus Industrie, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Entrepreneurship. Ziel ist es, neue Technologien gezielt und effizient von der Idee in die Anwendung zu bringen – bis hin zu marktfähigen Lösungen.
Im Rahmen eines interaktiven Veranstaltungsformats («Space-Café») sollen im neuen Hub zentrale Themenfelder gemeinsam diskutiert und konkrete Projektansätze entwickelt werden. Teilnehmende erhalten Einblicke in aktuelle Entwicklungen, können sich aktiv in das entstehende Netzwerk einbringen und strategische Kooperationen anstossen.
Die Auftaktveranstaltung der Partnerschaft findet am 22. Juni 2026 am sitem-insel statt.
Partnerschaft auch auf institutioneller Ebene
Parallel zur neuen Partnerschaft in der medizinischen Bildgebung ist eine strategische Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Fakultät der Universität Bern und der Charité Berlin auf institutioneller Ebene am Entstehen. Sie soll unter anderem genau solche wissenschaftlichen Kollaborationen fördern. Prof. Dr. med. Claudio Bassetti, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Bern und Direktor Lehre und Forschung der Insel Gruppe, sieht darin ein grosses Potenzial: «Die strategische Zusammenarbeit zwischen der Universität Bern und der Charité Berlin unterstützt den internationalen wissenschaftlichen Austausch und schafft neue Möglichkeiten, Forschung, klinische Expertise, technologische Innovation und die Lehre institutionenübergreifend weiterzuentwickeln.»
Experte
Prof. Dr. med. Hendrik von Tengg-Kobligk, Chefarzt, Leiter Vaskuläre Bildgebung und Stv. Direktor Universitätsinstitut für Diagnostische, Interventionelle und Pädiatrische Radiologie Inselspital, Universitätsspital Bern und Universität Bern
